Sex verlängert das Leben?!

Das wäre wirklich eine einfache Rechnung: Wer zu wenig Sex hat, verringert seine Lebenserwartung – wer viel und guten Sex hat, lebt länger. Wenn dem so wäre, müsste mann sich also nur etwas häufiger sexuell betätigen, um am Ende ein paar Monate oder Jahre dazuzugewinnen. Aber vielleicht ist es ja gerade andersherum: Wer sich nicht gut fühlt oder einsam ist, wer angegriffen oder krank ist, der hat auch weniger Lust und weniger Sex. Damit gäbe es hier wie so oft nur eine statistische Korrelation und keinen kausalen Zusammenhang.

Zu behaupten, Sex sei eine der Hauptursachen für ein langes Leben, wäre also ziemlich fragwürdig. Besser belegt ist, dass ein langes und gesundes Leben von Faktoren bedingt wird, die mit Lebensstil, Gewohnheiten und Gesundheitsverhalten zusammenhängen. „So sollte man etwa körperlich aktiv sein, gut mit Stress umgehen können, sich gut ernähren, gut und regelmäßig schlafen und positive soziale Beziehungen pflegen. Außerdem sollte man weder rauchen noch übermäßig viel Alkohol trinken und auch nicht von Opioid-Schmerzmitteln abhängig sein.“ Also: Ein langes und gesundes Leben erhöht die Chancen auf mehr guten Sex, und Sex macht dann das Leben vielleicht auch etwas ergiebiger, gesünder und zufriedener.

Nehmen wir’s mit Humor: Ein Mann beim Arzt. „Herr Doktor wie kann ich 100 Jahre alt werden?“ Arzt: „Rauchen Sie?“ Patient: „Nein.“ Arzt: „Essen Sie übermäßig?“ Patient: „Nein.“ Arzt: „Gehen Sie spät ins Bett?“ Patient: „Nein.“ Arzt: „Haben Sie guten Sex?“ Patient: „Nein.“ Arzt: „Wieso wollen Sie dann überhaupt so alt werden?“

Zum Weiterlesen: Wer viel und guten Sex hat lebt länger (aerztezeitung.de)

Text: Gunter Neubauer, SOWIT